Lehrgangsberichte

Die Biomechanik des Pferdes 11/2018

von Gunda Jaspert
Liebe Sara, vielen Dank für Dein tolles Seminar zur Biomechanik beim Pferd. Ich war sehr angenehm überrascht von Deinem fundierten und umfangreichen Fachwissen. Ich nehme sehr viele Informationen mit nach Hause und werde hoffentlich einige davon in die Tat umsetzen können. Zum Wohl der Pferde sollten sich noch mehr Menschen mit dieser Thematik auseinandersetzen. Ich werde Dich jedenfalls wärmstens weiterempfehlen. Ich wünsche Dir und Deinem Team viel Erfolg. Weiter so. Danke nochmals für tollen Lehrgang. Und Dir, Xaver, danke für den tollen Unterricht und die erfrischende Sicht auf Pferd und Reiter. Danke für Deine lange Anreise zu uns. Ich weiß das zu schätzen.

Susi Behrchen:
Gestern war ich mit einer Freundin zusammen bei dem super gemachten Seminar über Anatomie und Biomechanik beim Pferd. Auf der 4 Stündigen Heimfahrt ist mir klar geworden ,dass eigentlich jede Reiterin oder jeder Reiter sich so einen Vortrag anhören sollte, bevor er auf sein Pferd steigt. 
 Wir können soviel falsch machen ,da ist es gut wenn man mal gesagt bekommt ,wie man ein Pferd lange als Partner gesund erhalten kann. Sara und Xaver ihr macht eine großartige Arbeit auf dem Berberhof. Bitte macht weiter so!




Seitengänge 10/2018


Gebisslos Reiten 9/2018


Reiten & Tango 5/2018

Reiten & Tango

Eine Bewegungsschule für zwei- und vier Beine
Leichtigkeit in der Führung, Präsenz durch Körperhaltung
 
Leichtigkeit und Präsenz sind erstrebenswert für Reiter einer jeden Reitweise.
Es ist mein ganz persönliches Anliegen, leichtes und gesundes Reiten in die Welt zu tragen und nach alternativen, spannenden und gut nachvollziehbaren Wegen zu suchen dies zu erklären.

Die Reitkultur, die ich anstrebe wiederzubeleben, beinhaltet unter anderem schöne gymnastizierende Lektionen, aber keineswegs zur sportlichen Ertüchtigung oder aus Wetteifer, sondern rein zur Gymnastizierung und Stärkung, also zur Gesunderhaltung des Pferdes.
 
Als ich dann mit Viktoria Baumann, der Deutschen Meisterin im Tango Argentino, die nebenbei auch leidenschaftlich gern reitet, einen Ausritt in den Wald unternahm, ersannen wir gemeinsam einen Plan, wie Tango-Tanzen für Reiter eine nützliche Erfahrung sein könnte und wie auch Tänzer von der Kommunikation mit dem Pferd noch etwas über ihre Körpersprache und den Ausdruck ihrer Bewegungen dazu lernen könnten. 

Dabei wollten wir es uns zu Nutze machen, dass es beim Tango-Tanzen wie beim Reiten um das Erspüren und Verstehen des anderen Partners geht, bzw. um die eindeutige Körperhaltung die vom Führenden ausgeht und unweigerlich dazu führt, dass der Partner folgt oder weicht. Von der Festlegung der Rollen, wer führt und wer folgt bis zu dem absoluten Vertrauen und der Hingabe des Tanzpartners ist so viel direkt auf das achtsame Reiten übertragbar, was Grundlage der Reitkunst ist.

Auch und gerade einmal die Rolle des geführt werdenden Partners auszuprobieren kann ein Schlüsselerlebnis sein. Wieviel Vertrauen müssen uns die Pferde entgegenbringen, um uns zu folgen und wieviel achtsame Verantwortung haben wir Reiter für unsere Pferde, wenn sie uns in dieser tänzerischen Beziehung vertrauen sollen. Dass man seinen Tanzpartner nicht zu irgendwelchen Bewegungen zwingen kann wird schnell klar, denn der wird sich wehren und dagegen halten oder sich komplett weigern auf diese Weise dominiert zu werden. Und wie herrlich erfüllend kann es sich anfühlen, wenn die eigene Bewegung aufgenommen und weitergeführt wird.

Wir entwickelten den Plan, dass die Reitschüler zunächst in einer bestimmten Tanzübung ihre eigene Körper Symmetrie wahrnehmen lernen, um ganz grundsätzlich z.B. erst einmal die Achsenverschiebung von Schulter und Becken zu verstehen und zu erspüren, die auch in der Reitkunst eine große Rolle spielt.

Bis zu diesem Punkt würden die Tänzer klar im Vorteil sein, obwohl auch für sie der Umgang mit Nichttänzern noch einmal zum Überdenken der eigenen eingeschliffenen Bewegungsmuster führen könnte.

Bei der Arbeit mit einem freilaufenden möglichst unausgebildeten Pferd im Round-Pen haben dann manche Reiter vielleicht schon Erfahrungen, wie sie mit ihrer Körpersprache auf das Pferd wirken können. Je mehr jetzt die eigene Körpersprache eindeutig moduliert wird, um so besser wird das Pferd reagieren und sich führen lassen, ganz ohne berührt zu werden.
 Wenn das Pferd frei in einem geschlossenen Rund läuft, muss der Mensch Entscheidungen treffen und reagieren. Dabei gibt die Reaktion und das Verhalten des Pferdes wie eine Art „Spiegel“ Auskunft über Körperhaltung und -spannung des mit ihm agierenden Menschen. Denn Pferde als Fluchttiere reagieren reflexiv und geben direkt ein sichtbares, körperliches Feedback. 

Genau wie beim Tanzen, wo man für gewöhnlich nicht miteinander spricht und seinem Gegenüber sagt: „Hey, geh mal zur Seite, ich möchte das wir uns jetzt drehen…“ kann man sich einem Pferd nicht in ganzen Sätzen mitteilen: „Bitte trete jetzt zur Seite…“.
 Was Tänzer untereinander und Pferde mit ihrem Reiter verbindet, ist die Körpersprache und Achsensymmetrie von Becken und Schultern und die Blickrichtung, die beiden vermittelt, wo es langgehen soll.

Der erste Lehrgang unter diesem Motto Himmelfahrt 2018 war ein voller Erfolg. Alle 12 Teilnehmer fuhren erfüllt von neuen Erfahrungen und Ideen nach Hause. So soll es sein! Neue Wege beschreiten für eine neue alte Art zu Reiten – das ist es, wofür ich Mensch und Pferd sensibilisieren möchte!


Reitkunst meets Working Equitation

Sind Reitkunst und Rinderarbeit miteinander verwandt und wie fügen sich Elemente beider Disziplinen für den normalen Freizeitreiter zu einem nachhaltig lehrreichen Kurs zusammen?

 

Diesen und anderen Fragen stellten sich Xaver Vitoul, Ausbilder der klassischer Reitkunst (www.xavervitoul.de) und Conny Mertens, Ausbilderin und Richterin Working Equitation (www.ridersgym.de) am 27. Und 28. 04.2019 auf dem Urfreibergerhof  Rohlfs in Kirchdorf ganz praktisch.

 

Beide Trainer waren, wie die 10 Teilnehmer mit ihren Pferden angereist.

Am ersten Tag lag der Schwerpunkt bei der Reitkunst und somit bei Xaver Vitoul. Angefangen mit einer gerittenen Einführung in das Thema der einhändigen Reiterei, wurde im Laufe des Tages jeder Teilnehmer mit seinem Pferd im Reiten mit feinen Hilfen unterrichtet. Mit seinem schnellen Auge und sicheren Gefühl für die Bedürfnisse des jeweiligen Pferd-Reiter-Paares konnte Xaver Vitoul treffsicher neue Impulse für das weitere Training geben und dafür sorgen, dass sich sofort kleinere und größere Erfolge einstellen konnten. Mit seinem typischen Witz und Charme wurde jede Reiteinheit von seiner Leichtigkeit und Freude an der Reiterei getragen und zu einem kleinen Motivationskick, der auch auf dem ganzen Hof zu einer gespannt-fröhlichen Stimmung führte und damit unbemerkt den Grundstein legte für den Teamgeist, der bei der Rinderarbeit unbedingt erforderlich ist.

 

Mit Rindern arbeiten, sie treiben, lenken separieren oder ihnen Ruhe und einen sicheren Ort geben, kann man nicht allein! Das begann am späten Nachmittag und am Sonntag Conny Mertens, die gerade von den Working Equitation Wettkämpfen aus Australien zurückgekehrt war, im zweiten Teil des Lehrgangs als unbedingte Voraussetzung den Teilnehmern klar zu machen. Bei der gerittenen Arbeit mit dem Rind müssen eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden und jeder Teilnehmer muss bereit sein sich mit seinem Pferd in ein großes ganzes einzufügen.

 

Bei der Führung der Teams zeigte Conny Mertens mit einer sicheren Einschätzung der Möglichkeiten und Ressourcen der Reiter und Pferde ihre Qualitäten und ihre absolute Souveränität, die von ihrer langjährigen nationalen und internationalen Erfahrung zeugte.

Nach einer kurzen theoretischen Einheit wurde gesattelt. In der ersten Einheit vermittelte Conny Mertens den Reitern, wie man an einem Rind arbeitet. Wie es getrieben, gehalten oder aber gedreht wird.

Dabei sei oberstes Gebot, dass alle Ruhe bewahren und besonders für die Rinder kein unnötiger Stress aufkomme. Zuschauer am Rande bemerkten da „…ach ich dachte ihr macht da sehr viel mehr Krach und Aktion? …“ Nein, genau das sei nicht das Ziel erklärte Conny Mertens. Daher war dann auch das, was sie allen zuerst beibrachte das settlen der Rinder. Was bedeutet, dass ihnen eine Ecke des Platzes zugewiesen wurde, an der sie in Ruhe gelassen werden, damit sie lernen sollten hier sind wir sicher, hier können wir ausruhen. Erst als das richtig klappte konnte mit der weiteren Arbeit begonnen werden.

Es wurde die Herde geteilt, ein Rind separiert und die gesamte Herde per Teamarbeit durch die Reitbahn getrieben. Der Höhepunkt war das Treiben der Herde über eine Holzbrücke, was am Ende beiden Teams gelang.

Unter den Pferden waren sehr junge Pferde, Pferde mit einer ausgeprägten „Kuhangst“ und auch einfach unerfahrene Pferde. Es war einfach unglaublich, wie sie sich in den zwei Tagen entwickeln konnten.

 

Die verschiedenen Pferderassen, die auf diesem Lehrgang vertreten waren, haben allen Teilnehmern und Trainern eine interessante Sichtweise auf ihre rassetypischen Zuchtwerte eröffnet. 

 

Der Isländerwallach mit seinem recht kleinen Körperbau konnte durch geschickte Wendemanöver, seinem übergroßem Mut und auch Tölteinlagen die Rinderherde beeindrucken.

 

Die beiden Haflinger überzeugten durch absolutes Vertrauen zu ihrem Reiter. In jeder Situation waren sie darauf bedacht, ihrem Reiter zu schützen und nicht zu verlieren. Eine wirklich wichtige Eigenschaft eines Haflingers.

Beeindruckend hier war das Verständnis des Deckhengstes Memento, sich mit mehreren Pferden auf dem Platz ordentlich zu präsentieren wusste. Nur wenige Deckhengste lassen sich wirklich mit weiteren Hengsten und Stuten auf einem Platz reiten. 

 

Der Lusitano-Friesen-Wallach zeigte die Seite des Lusitanos sehr deutlich. Mit Manövern im Travers, imposanten Terre à Terre konnte er geschickt die Rinder in Schach halten.

 

Bei der Rasse der Araber-Berber war das Zuchtziel ganz klar zu erkennen: Mut, Ausdauer, Bereitschaft zu kämpfen, Versammlungsbereitschaft und Vertrauen zum Reiter. Mit geschickten kurzen Wendungen, dem Herz anzugreifen um den Reiter zu schützen, Ruhe zu bewahren wenn es in der Rinderarbeit brenzlig wurde, sind die Eigenschaften eines guten Araber-Berbers. 

 

Auch die Freiberger-Mix-Stute konnte mit ihrer Ausdrucksstärke und Mut das Verlasspferd eines Freibergers durchaus erkennen lassen. Sie war als „Coach“ für die Jungpferde und das traumatisierte Pferd eingesetzt. Mit ihrer Willensstärke und sehr hohen Sozialkompetenz brachte sie die Pferde und Rinder zu einer Einheit zusammen.

 

Ein großer Dank geht hier an den Adelheid Rohlfs vom Urfreibergerhof in Kirchdorf
 (www.ur-freiberger.de)
, die ihre kleine private Anlage zur Verfügung stellte und für ihre liebevolle Unterbringung der teilnehmenden Pferde und der beiden Trainer. 

 

Sowie ein großer Dank an Efence-Stallbedarf und Weidezaunbau aus Berne (www.efence.de) für die großzügige Leihgabe der Weidepanels, ohne die dieser Lehrgang nicht hätte stattfinden können.

 

Der größte Dank aber geht an die Teilnehmer, die solche Lehrgänge mit ihrem Interesse erst ermöglichen:

Berberhof Hoffest

Dazu eine Besucherin:
"Eine hochprofessionelle Veranstaltung mit hoch klassigen Schaubildern, allzeit bereitem Service personal, genügend und leckerem Essen und engagierten Helfern und Ausstellern. Das alles gestemmt von einem kleinen privaten Gestüt mit 4 Familienmitgliedern einer Mitarbeiterin und einer Praktikantin. Das Schauprogramm lief im 15 Minuten Takt von morgens 10 bis Nachmittags 18 Uhr. 
Ein riesengroßes Kompliment!"

Sara Vitoul:
"Es war ein wunderschöner Tag mit vielen tollen Teil-nehmern, Akteuren und Ausstellern. Das Programm war sehr vielfältig. Von einem Vortrag über Sattel-kunde von Taquin Cosack, über Damensattelreiten, Jungpferde, einhändige Kandarenführung, öffentliches Training und natürlich unsere große Gestütsvorstellung, war alles dabei. Wir hatten super viel Spaß, tolle Gespräche mit Zuschauern und großartige Pferde. Zu Gast waren auch die Barockreiter Luxembourg mit zwei schönen Schaubildern zum Thema barocke Reitkunst. Jens und Michaela Elkenkamp waren mit ihrem Inhalationshänger „Equioceanbreeze“ vor Ort und wir durften Jens bei seinen Erklärungen zum Thema Atemwege und Inhalation lauschen. Die reine Connemara Stute Maggie war mit ihrer Besitzerin Petra da, die beiden haben einen Auszug aus ihrem täglichen Training mit Seitengängen und Piaffe gezeigt."

Berbertreffen in Alsfeld 

Wir waren mit 7 Pferden dabei!
Leider konnten wir die Entscheidungen der Richter nicht immer nach vollziehen. 
Aber das Team um Sara und Xaver Vitoul hat mal wieder reibungslos funktioniert.